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Amsterdam

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amsterdam

Von       : H.HETZEL, Den Haag

Datum     : 10.8.2018

 

Die Amsterdam Kolumne

 

Niederlande/Amsterdam

 

Touristen sollen für Übertretungen hart bestraft werden/Bürgermeisterin aber missachtet selbst die Verkehrsregeln

 

Von HELMUT HETZEL

 

Amsterdam. Die neue Amsterdamer Bürgermeisterin Femke Halsema ist angetreten, um den ,,Dschungel Amsterdam‘‘ wie Arre Zuurmond, Ombudsmann der Stadt Amsterdam, die niederländische Hauptstadt nennt, durchsichtiger, begehbarer, befahrbarer und wieder regierbar zu machen. Es soll wieder Recht und Ordnung herrschen in der Stadt an der Amstel, wo vielerorts das blanke Chaos herrscht. Gesetzesübertretungen sollen streng geahndet werden, kündigte Halsema an, kündigte Halsema bei ihrem Amtsantritt Mitte Juli an.

 

Das heißt unter anderem, dass auf Verkehrsverstöße oder auf Ordnungsverstöße hohe Geldstrafen stehen.

Wer sie missachtet, muss zahlen.

Beispiele:

Das Wildpinkeln irgendwo auf der Straße kostet 140 Euro, ebenso wie Müll auf die Straße werfen. Dafür wird auch ein Bußgeld von 140 Euro fällig. Wer auf der Straße - also nicht in Kneipen oder auf einer sonnigen Terrasse an einer der schönen Amsterdamer Grachten, Alkohol trinkt, der muss mit einem Strafzettel über 95 Euro rechnen. Wer laut herum grölt und schreit, dem kann die Polizei ebenfalls ein Bußgeld von 140 Euro abverlangen. Im berühmten Amsterdamer Rotlichtviertel soll es künftig so genannte ,,Fegepausen‘‘ geben, sollen manche Straßen gesperrt werden, angeblich um sie zu säubern.

Wer bei Rot über die Ampel geht, muss mit einem Knöllchen rechnen. Und auch Radfahrer, von denen sich die meisten in Amsterdam an gar keine Verkehrsregeln halten, sollen durch hohe Geldstrafen diszipliniert werden, wenn sie die Verkehrsregeln nicht einhalten, kündigte die neue Amsterdamer Bürgermeisterin an.

 

Sie geht mit ,,gutem‘‘ Vorbild voran. Sie wurde gerade dabei ertappt, wie sie mit ihrem Fahrrad das rote Licht einer Ampel einfach ignorierte und weiter fuhr, obwohl sie hätte anhalten müssen. Reumütig bekannte sie: ,,Ich gebe es zu, ja, ich bin durch rot gefahren. Aber ich werde es nicht wieder tun,‘‘ ließ Bürgermeisterin Femke Halsema schriftlich mitteilen.

Viele Amsterdamer reagieren lakonisch auf die Verkehrsübertretung ihrer neuen Bürgermeisterin. ,,Bei uns in Amsterdam gilt das Rot einer Ampel nicht,‘‘ twittert eine Amsterdamerin. ,,Warum soll sich die Bürgermeisterin dann an das Rot einer Ampel halten.‘‘

 

Es scheint so, als müssen sich in Amsterdam künftig nur Touristen an die Regeln halten. Nur Touristen werden für Regelverstöße hart bestraft und finanziell abgezockt. Für die Amsterdamer aber gilt das Rot an der Ampel nicht. Sie fahren einfach durch, mit dem Fahrrad sowieso, oft auch mit dem Auto. So auch die Bürgermeisterin Femke Halsema.

Hat sie ein Bußgeld erhalten? Dazu gibt es keine offizielle Auskunft. Aber es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass sie für ihre Verkehrsübertretung weder einen Strafzettel erhalten noch einen Bußgeld bezahlt hat. Nur die Touristen sollen zahlen. Das bringt schließlich viel Geld in die Stadtkasse von Amsterdam.

 

 

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

 

 

 

 


Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 14. August 2018 um 14:56 Uhr  
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